Presse Berichte rund um Martin Schindler


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Martin Schindler Portrait von darts1.de

Er verbessert sich kontinuierlich und gilt als große Hoffnung im deutschen Dartsport. In Iserlohn holte er kürzlich seinen ersten DDV-Titel im Herrenbereich. Martin Schindler ist auf dem Weg ein ganz Großer zu werden, dabei ist er gerade einmal 18 Jahre alt. Wir von Darts1 haben Martin getroffen und bekamen einen kleinen Einblick in sein Dartsleben.

„Die Präzision der Profis faszinierte mich“

Martin Schindler wurde am 16. August 1996 in Strausberg geboren. Seine Begeisterung für den Dartsport wurde früh geweckt. Er schaute sich die Spiele der Profis im TV an und war vor allem von der Präzision, die diese an den Tag legten, fasziniert. Er sah eine 180 nach der anderen und wurde angespornt, es selbst auszuprobieren. Glücklicherweise hatte er eine E-Dartscheibe zu Hause hängen und konnte sich austoben. Aus kleineren Wettspielchen mit dem Vater, ob das Bullseye getroffen wird, entwickelte sich im Dezember 2011 allerdings etwas Ernstes.


„Schindi“, wie er oft gerufen wird, wurde kontinuierlich besser. Er hatte sich inzwischen eine Steeldartscheibe zugelegt und warf jede Woche eine 180. So kam die Entscheidung, in einen Dartverein zu gehen. Die Wahl fiel auf Ghostdarts in Berlin Hellersdorf, einfach der Lage wegen. Ab dem Moment ging es so richtig los. Martin fuhr zu DDV-Events, sammelte seine Turniererfahrungen im Jugend- und Herrenbereich. Der Erfolg stellte sich mit der Zeit auch ein, allerdings nicht von jetzt auf gleich. Seine Karriere entwickelt sich Schritt für Schritt und so sieht er sie auch. „Ich gehe nicht zum Turnier hin und sage ‚Okay, das werde ich jetzt definitiv gewinnen‘, sondern ich guck einfach nur was dabei raus kommt.“, sagt Schindler.


Um sich stetig zu verbessern ist natürlich auch Training nötig. „Schindi“ versucht täglich eine Stunde am Board zu stehen. Dabei hat er eine für sich passende Trainingsmethode gefunden: „Es heißt ‚121‘. Man hat 121 Punkte, die muss man versuchen mit neun Darts auf null zu bringen. Wenn man es schafft geht man einen rauf, auf 122, wenn nicht, geht man immer wieder auf 121 zurück“. Diese Methode ist deswegen effizient, weil man sowohl die großen Triple, als auch die Doppel sehr stark trainiert. Seine bevorzugte Location fürs Training ist das Scotsman, die älteste Steeldartkneipe in Berlin.

Trotz des Alters schon reich an Erfahrungen

Und es lohnt sich. Martin konnte sich bereits für die Junioren-WM der PDC im Jahr 2014 qualifizieren. Er selbst hatte nicht damit gerechnet, dass all dies so gut klappt, da es ja sein erstes, echtes PDC-Turnier war. Dort konnte er auch einen 6:1-Erfolg über Chris Turner einfahren, unterlag jedoch im Sechzehntelfinale mit 4:6 gegen Reece Robinson. Doch das warf ihn nicht zurück. Ihm gelang die Qualifikation für die European Darts Open in Düsseldorf 2014. Dazu bezwang er Jyhan Artut(6:3), Michael Reinartz und Rene Eidams(beide 6:2). Im Hauptfeld bekam er es direkt mit dem fünffachen Weltmeister Raymond van Barneveld zu tun und gewann tatsächlich drei Legs. Er unterlag zwar somit 3:6, Respekt gab es trotzdem zur Genüge.


Er versuchte auch an weiteren European Tour Events teilzunehmen, scheiterte jedoch immer sehr knapp an der Qualifikation. Mal war Jyhan Artut im Weg, mal war es Max Hopp. Teilgenommen hat er auch an den Winmau World Masters 2014. Die Qualifikation für die BDO Weltmeisterschaft 2014 fand ebenfalls nicht ohne Schindler statt, allerdings reichte es dort noch nicht für den ganz großen Wurf. In Deutschland ist er jedoch längst ein ernstzunehmender Gegner. Zurzeit spielt er bei den Vikings in Berlin in der Bundesligamannschaft und feiert dort seine Erfolge.


Beim German Gold Cup 2015 erreichte Martin das Viertelfinale. Nachdem er Arno Menk mit 3:2 schlug, unterlag er dort Andree Welge mit 0:2. In Iserlohn war es dann endlich soweit. Bei dem DDV-Turnier vom 21. März 2015 konnte sich „Schindi“ bis ins Finale vorkämpfen und dort Marvin Wehder mit 3:1 besiegen. So holte er sich seinen ersten DDV-Titel im Herrenbereich. In der Rangliste des DDV steht er gegenwärtig auf dem fünften Platz. Sein Ziel ist ein Platz unter den Top-4, welcher für die Teilnahme an den Winmau World Masters berechtigt.

Ein großes Lob für den DVBB

Neben dem Darts macht Schindler aktuell sein Abitur. Danach strebt er eine Ausbildung an, am liebsten in Richtung Bankkaufmann. Nach der Ausbildung würde ein Studium folgen, welches ihn in der Bank weiter nach oben bringt. So sieht der, noch nicht in Stein gemeißelte, Plan aus. Doch gibt’s eigentlich neben Darts und Abi auch noch Zeit für andere Hobbys? „Für Fußball oder Tischtennis, was ich früher selber gespielt habe, habe ich keine Zeit mehr, definitiv.“, sagt Martin. Doch er versucht sich kleinere Auszeiten zu nehmen, um sich auch mal mit Freunden zu treffen.

Einen großen Anteil an Schindlers Erfolgen hat seiner Aussage nach der Dartverband Berlin Brandenburg. „Im DVBB haben wir jetzt das gute System, dass die Jugendlichen nichts bezahlen müssen, dafür kommt der Verband selber auf.“, sagt Schindler und bezieht sich dabei auf Startgelder, etc.. „Ich bin echt froh hier im DVBB zu sein und auch schon als Jugendlicher dabei gewesen zu sein. Genau dadurch wurde meine, ich nenne es jetzt mal ‚Dartkarriere‘, so richtig angeregt“. Schindler konnte alle DDV-Turniere spielen und so früh seine Erfahrungen sammeln. Auf den Hinweis, dass einige Leute große Hoffnungen in ihm haben, reagierte „Schindi“ zurückhaltend. Er selbst betrachtet seine bisherigen Erfolge sehr realistisch und nüchtern, bleibt vollkommen auf dem Teppich. Er will in naher Zukunft seine Position beim DDV festigen und European Tour Events mitnehmen, wenn es klappt. Bei der PDC-Weltmeisterschaft sieht er sich in fünf Jahren noch nicht, aber: „Nichts ist unmöglich. Man muss einfach nur spielen, wenn man Glück hat, geht’s vielleicht auf.“


Tobias Gürtler

dart1.de